Viele
Verbände machen sich gegen den Welpenhandel stark, der oft mit hoher,
krimineller Energie betrieben wird und gegen alle Tierschutzregeln
verstößt. Und das ist auch gut so.
Die Kleinanzeigen im Internet
dienen als Plattform für diese Anzeigen, auf die Hundekäufer oft
reinfallen. Aber nicht nur Hunde werden dort angeboten.
Mir als
leidenschaftlicher Katzenfan fallen auch die zahlreichen Inserate für
Katzen auf, die nicht nur von seriösen Tierschutzorganisationen und
seriösen Katzenzüchtern genutzt werden. Und oft stehen mir die Haare zu
Berge, wenn ich die Angebote sehe, wo angeblich reinrassige oder
Mixkatzen schon mit 4 Wochen zum Kauf angeboten werden. 4 Wochen…. Da
sind die Kitten noch nicht einmal entwöhnt, geschweige, dass sie stabil
genug wären um ohne ihre Mutter zu leben.
Ich habe solche
Inserenten schon oft angerufen und haarsträubende Diskussionen gehabt
mit Leuten, die entweder keine Ahnung haben oder völlig gleichgültig
sind.
Und ich meine, wir brauchen nicht nur eine Katzenschutzverordnung.
Wir brauchen ein völlig neues Tierschutzgesetz.
Ich habe die
Übertragung, die im Internet stattfand noch im Sinn, als die „Novelle“
des Tierschutzgesetzes 2014 verabschiedet werden sollte; ich höre die
Vertreter von Union und FDP vom Vertrauen reden, das man den Menschen
entgegen bringen müsse…
Ich meine, den Vertrauensvorschuss hat
der Mensch nicht verdient. Und die, die ihn tagtäglich beweisen, haben
kein Problem mit Kontrollen.
Was könnte man tun, um die Situation von Haustieren wirklich zu verbessern?
Zunächst brauchen wir die Pflicht Hund und Katze mit einem
Transponderchip zu versehen und die Tiere auch bei TASSO e.V.
anzumelden.
Dies sollte nicht dem Tierhalter überlassen werden, sondern
der Züchter der auch der Tierarzt, den den Chip setzt, sollte das Tier
melden. Online ist das kein Problem.
Jede Katze muss
kastriert werden. Ausgenommen die, mit denen gezüchtet werden soll.
Solch eine Zucht, egal ob Hauskatze oder Rassekatze, sollte vom niedergelassenen Tierarzt der Wahl einmal im Jahr
begutachtet werden, damit die Zucht fortbestehen darf. Jede Zucht sollte
nach §11 TSchG beim Amtsveterinär gemeldet sein, sollte aber nicht
zwingend besucht werden müssen. Das gilt selbstverständlich auch für Hunde und jede andere Zucht von Heimtieren.
Die Meldung dient nur der Zuchtnummer,
die eine Zucht haben muss. Unabhängig von Hund- oder Katzenverein, die
für Stammbaumvergabe zuständig sind und andere, rassespezifische
Bestimmungen.
Die Zuchtnummer müsste zwingend bei jeder Kleinanzeige angegeben werden. Das heißt, Ohne eine solche Nummer darf keine Onlineplattform Anzeigen frei schalten, die ein Tier vermitteln oder verkaufen dürfen. Tierheime, Tierschutzvereine mit Pflegestellen und Züchter müssten eine solche Nummer vom Veterinäramt erhalten.
Das Hunde- und Katzenelend würde so stark bekämpft. Wenn auch die
Hauskatze in Haushalten auf die Welt kommt, in der sie willkommen ist,
gilt auch für sie, was für viele Rassekatzen schon heute gilt:
Gesundheitsvorsorge, Abgabe erst mit 12/13 Wochen, besser 14-16 Wochen und vor allem, die
Abgabe in gute Hände.
Jeder, der sein Tier aus irgendwelchen Gründen abgeben muss oder will, sollte dazu einen Verein um Vermittlungshilfe bitten müssen. Private Abgaben würden damit unmöglich, aber, um dem unseriösen Tierhandel den Garaus zu machen, bleibt einem nichts anderes übrig.
Auch bei Facebook, wo es mittlerweile viele Vermehrer und Züchter geschafft haben, das Handelsverbot mit Tieren zu umgehen, sollte strenger schauen müssen. Vermittlungshilfe dürfte nur noch Vereinen erlaubt sein, die eingetragen sind und die anerkannte Gemeinnützigkeit vorweisen können.
Damit der Mensch die Verantwortung
begreift, die er mit einem Tier übernimmt, sollte JEDER, der sich ein
oder mehrere Tiere aufnehmen will, beim Tierarzt einen Sachkundenachweis
ablegen und sich durch Stempel und Unterschrift beurkunden lassen. Erst
mit diesem Nachweis sollten Tierheime, Tierschutzorganisationen und
auch Züchter ein Tier abgeben dürfen.
Dieser Sachkundenachweis ist spezifisch für die bestimmte Tierart angepasst.
Wer jetzt schreit, wer das alles bezahlen soll, dem sei gesagt, dass es
wichtig ist klarzustellen, dass die Tierhaltung Geld kostet. Und nicht
wenig. Allein die Ernährung mit gutem Futter (Discounter und
Supermarktfutter zähle ich nicht dazu) ist kostenaufwendig und auch die
jährlichen Untersuchungen beim Tierarzt kosten Geld. Wenn ein Tier einen
Unfall hat oder schwer erkrankt, kann die allein die Diagnostik einen
Haufen Geld kosten. Bei einer OP ist man bei einer Katze mit Nebenkosten
schnell bei 1000 €, beim Hund ist es gleich viel mehr.
Die Tierhaltung ist zum Nulltarif nicht zu haben!
Der Sachkundenachweis ist wichtig, um das gewünschte Tier wirklich seinen Bedürfnissen angepasst zu halten.
Viele denken immer noch, die Katze ist ein Einzelgänger. Dabei trifft
das nur für eine geringe Anzahl Katzen tatsächlich zu. Katzen sollten
mindestens als Paar gehalten werden.
Wie viele Hunde kommen fast
gar nicht vor die Tür! Werden zum einkaufen mitgenommen, vor dem
Geschäft angebunden (ein No-Go für mich!) und dürfen mal eine Runde um
den Block laufen.
Sie dürfen nie toben und spielen, sind fast nie von der Leine weg.
Das ist nicht artgerecht!
Den Sachkundenachweis brauchen wir auch für jede andere Tierart, egal ob Nager, Frettchen, Vogel oder Reptil.
Es gibt Stimmen, die verlangen nach einer Steuer, beispielsweise für
streunende Katzen. Aber dem entgegne ich, dass eine Steuer im
Umkehrschluss auch bedeuten muss, dass der Staat sich kümmert, was er
nicht tut.
Und eine empfindliche Geldstrafe wäre eine bessere Lektion,
zumal die dem Tierschutz nutzen könnte. Außerdem würde es bedeuten, dass
der Staat sich weigert, wenn solch ein Tierschutz im Gesetz stünde,
wenn es bedeuten würde, das dem Staat mehr Aufgaben zu fielen, die
wieder Geld und Personal kosten. Daher rate ich von solchem Ansinnen
stark ab.
Dem Welpenhandel, dem unseriösen Katzenhandel könnte der Garaus gemacht werden.
Wenn man denn will!
Ich bin seit vielen Jahren aktiv im Tierschutz mit dem Schwerpunkt Katzen. Und natürlich auch bei Facebook, was sich nicht vermeiden lässt. Und ich kenne alle Tricks und Kniffe, die Vermehrer und unseriöse Tierhalter nutzen, um Tiere zu Geld zu machen