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Dienstag, 25. August 2020

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz ist "nur" ein Verein?

 Als ich meine Petitionen startete, es waren immerhin zwei, um das Absetzalter für Katzen von 8 Wochen auf 12 Wochen zu erhöhen, da wurde ich oft belächelt. Man hat sich über mich lustig gemacht und geschimpft. Von Daten sammeln war die Rede... Klar, diese Leute nutzen Facebook und WhatsApp, aber regen sich über Onlinepetitionen auf, deren Betreiber an das europäische Datenschutzgesetz gebunden sind. Etwas, dass es bei Facebook und WhatsApp nicht gibt. So viel dazu.


Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz sei nur ein Verein, da müssen Gesetze her.

Gesetze? Warum Gesetze?


Da, wo es um Lebewesen geht, kann man keine Sachkunde in ein Gesetz gießen! Weil die Forschung und die Erkenntnisse zunehmen und sich ändern!

 

Das ist ein Auszug aus der Kommentierung des Tierschutzgesetzes von 2019. Zum §2 Tierschutzgesetz, der besagt, dass sich Tierhalter Kenntnisse anzueignen haben, um ein Tier artgerecht zu halten. Das im Text benannte Merkblatt 43 ist für Amtsveterinäre und ist derzeit in Bearbeitung.

Die TVT war äußerst fleißig und hat Merkblätter für Sachkunde erstellt.

Sie tragen die Ziffer 131 und das neue seit Anfang August gültige Merkblatt zur Katzenhalten trägt die Nummer 131.6


Dieser "nur" Verein hat also die Macht, anstelle eines Gesetzes die Kriterien für Sachkunde bei der Tierhaltung festzulegen.

https://www.tierschutz-tvt.de/ueber-die-tvt/wer-wir-sind/

 

Katzenwelpen sollen seit August 2020 12 Wochen bei der Mutter und den Geschwistern bleiben.

Mittwoch, 12. August 2020

Das Tierschutzgesetz - was bedeutet es für den Tierhalter?

 

Erster Abschnitt

Grundsatz

 

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

 

 

Was bedeutet dies genau?

 

Im juristischen Kontext geht es um den Rechtscharakter des Satzes 1, „im Sinne der Mitverantwortung des Menschen für die in seiner Obhut anheimgegebenen Lebewesen“.

Das Gesetz erkennt das Tier als Mitgeschöpf des Menschen an und macht dessen Verantwortung zum Ausgangspunkt seiner rechtlichen Regelungen. Der Mensch schützt das Tier um seiner selbst willen. Das Tier hat eigene Interessen und ist keine Sache wie andere (vergl. §90a BGB)

[…] Satz 1 ist deshalb geltendes Recht

Nachzulesen: Tierschutzgesetz, Kommentar, 7. Auflage Seite 41/42

 

 

 

Zweiter Abschnitt

Tierhaltung

§ 2

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

 

1.

    muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2.

    darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3.

    muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

 

Hm….

Das liest sich erst mal ziemlich logisch. Und Katze? Kennt man ja. In jedem Supermarkt gibt es Futter und Streu…..

 

Stopp!

 

Supermärkte führen auch für den Menschen absolut ungeeignete Nahrung, die nachweislich unserer Gesundheit abträglich ist. Der Supermarkt bietet keine Sachkunde an, sondern er will verkaufen.

Und in Deutschland ist auch der Verkauf von Waren erlaubt, deren Benutzung verboten ist. Die Chinesischen Himmelslaternen etwa, die für den Brand im Zoo zum Jahreswechsel 2019/2020 verantwortlich waren, durften verkauft, aber nicht benutzt werden.
Gleiches gilt für Software, mit denen man Codier Codes knacken kann. Man darf sie kaufen und besitzen. Sie benutzen ist strafbar.

 

 

Das sind Dinge, die dem Bürger nicht unbedingt geläufig sind. Er glaubt, das was man kaufen kann ist völlig legal und richtig.

 

Punkt 3 bekommt also eine ganz andere Dimension

 

   
muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

„Erforderliche Kenntnisse“

 

Es bedeutet zunächst mal von 0 anzufangen. Alles auf Anfang sozusagen und sich erst ein Mal schlau lesen und nicht andere zu fragen, was fütterst Du so?, sondern sich tatsächlich mit den Bedürfnissen des Tieres auseinander zu setzen.

 

Bei der Katze gibt es ganz viel Muss. Und zwar im Hinblick auf artgerechtes Futter, auf artgerechte Unterbringung und Ausstattung, sowie an artgerechtes Leben.

 

Das heißt also, als Tierhalter muss ich mir Gedanken darum machen, was mein Tier braucht, ich muss wissen, wie es tickt.

Wir wissen heute, dass unerwünschtes Verhalten oft auf Haltungsfehler zurück zu führen sind, dass Bestrafung nicht zum Ziel führt und oft greifen Menschen heute auf professionelle Hilfe zurück, weil sie mit ihrem Latein am Ende sind.

 

Es ist also sinnvoll, sich vor der Anschaffung Gedanken zu machen, um Fehler zu vermeiden, die später dem Tier und auch den Menschen Probleme machen könnten.

 

Es ist auch oft sinnvoll, sich nach guten Vereinen zu erkundigen und sich dort zu erkundigen. Es ist gut sich in den sozialen Medien zu erkundigen, aber man darf nicht auf jeden Menschen hören.

Lasst euch einen guten Verein empfehlen und nehmt Kontakt auf.
Ihr könnt euch natürlich auch schlau lesen.

Christine Hausschild zum Beispiel hat einige gute Bücher zur Katzenhaltung geschrieben. Günstiger, umfassender und schneller geht aber die persönliche Beratung durch einen Verein, die auch am Telefon stattfinden kann.

 

 

Donnerstag, 27. Februar 2020

Die Katze - Rasse oder nicht Rasse - oder "nur" eine Hauskatze?

Zugegeben, es regt mich schon lange auf. Immer wieder liest man das. Ohne Stammbaum keine Rasse. Stimmt das aber so?
Es wird in Diskussionen in Foren und Gruppen immer wieder auf eine Weise diskutiert, die mir die Nackenhaare sträuben lässt.
Oft hat man auch den Eindruck, dass das Defizit, die Menschen darüber aufzuklären, dass man Vermehrer von Katzen nicht unterstützen sollte, am Stammbaum festgemacht wird.
Dabei ist das ganze Thema viel komplexer.

Zunächst mal, die EHK, europäische Hauskatze gibt es nicht. Es gibt nur Hauskatzen. Und das trifft auf alle unsere Katzen zu. Sei es Perser, Norweger, Sibirer, Maine Coon oder Sphynx. Es sind alles Hauskatzen.

Unsere Hauskatzen stammen alle von der Falbkatze ab (Felis Silvestris lybica) der Afrikanischen Wildkatze. Sie hat einen erstaunlichen Siegeszug hinter sich. Es ist dokumentiert, dass die Katze sich bereits vor 9000 Jahren dem Menschen angeschlossen hat.
"Von der Falbkatze stammt die Hauskatze ab. Belegt ist eine Domestizierung ab 7500 v. Chr. auf Zypern. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Katze den Menschen schon seit Beginn der Zivilisation begleitet, da sie leicht zu zähmen und von allen Katzenarten am wenigsten aggressiv ist."
https://de.wikipedia.org/wiki/Falbkatze

Aus der Falbkatze entstanden auch unsere Katzen mit Rassemerkmal. Durch Selektion wurden bestimmte Merkmale herausgezüchtet, so dass es einen bestimmten Phänotyp und Genotyp gibt, der die Rasse ausmacht.
Die Weltverbände TICA, Fife, Cfa und Wcf legen die Rassenstandards der verschiedenen Katzenrassen fest und unterscheiden sich geringfügig.

Die Katzenzucht ist eine aufwändige, teure und viel Zeit erfordernde Angelegenheit, die den hohen Preis und Marktwert rechtfertigt. Seriöse Züchter ärgern sich daher auch zu Recht über Hinterhofvermehrer, die weder Geld noch Zeit investieren, aber für ihre Tiere einen hohen Preis verlangen, der leider von unkritischen Käufern auch bezahlt wird.
Es ist klar, dass dies Leute sind, die sich auf Kosten der Tiere ein Zubrot verdienen und die sich an der  Zuchtarbeit von Züchtern zu bereichern versuchen. Darüber sollte man sich im klaren sein, wenn man ein Tier ohne Papier erwirbt.

Die europäische Kurzhaarkatze, die von manchen Leuten heute als Rasse bezeichnet wird, ist ebenfalls ein falscher Begriff.

Es gibt die Zucht der "Europäer" und der "Keltisch Kurzhaar", was eigentlich nur bedeutet, dass dies normale Hauskatzen sind ohne Einkreuzung eines Rassetiers, also ohne Hybriden.

Jedoch, und das ist wieder so widersinnig, muss man bedenken, dass die Farben silver/smoke als natürliche Farben beschrieben werden, was aber nicht so ist. Die Maine Coon zum Beispiel, angeblich eine Naturrasse, wurde mit Perserkatzen "veredelt", um die Farben silver/smoke zu bekommen. Für das ticked tabby wurden Somali oder Abessinier eingekreuzt. Das ist natürlich Zuchtarbeit, aber den Titel Naturrassse verdient die Maine Coon sicher nicht mehr.
Nachzulesen ist das im Maine Coon Kompendium von Henning Müller-Rech, der anschaulich beschreibt, wie es dazu gekommen ist, dass das ticked tabby aus der Maine Coon nicht mehr wegzudenken ist.

Das Maine Coon Kompendium

Somit ist eigentlich klar, dass silver/smoke auch in der Europäer eigentlich nichts zu suchen hat, man diese Farben nur für Vielfalt, Optik und Verkauf zugelassen hat. Die natürlichen Farben der Hauskatze sind alle Farben mit und ohne weiß, schwarz, rot, gestromt und getigert, schildpatt, tortie und torbie. Die Farben blau und creme stehen für Verdünnung bedingt durch silver und smoke.
Man kann also sagen, dass die Europäer oder Keltisch Kurzhaar auch  "nur" ein Zuchtprodukt ist.

Weshalb wettere ich jetzt gegen die Stammbaumaffinität mancher Leute?

Das tue ich eigentlich nicht. Was ich eigentlich meine, ist dass der Stammbaum ein Hinweis darauf ist, dass wenigstens Mindeststandards in der Haltung der Katzen eingehalten werden müssen und eingehalten worden sind.

Es gibt auch unter den Züchtern, die sauber mit Katzen züchten, die einen Stammbaum und Gesundheitszeugnisse haben, die man meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser.
Der Verkaufspreis ist sicher kein Hinweis. Sondern die Art und Weise, wie die Katzen im Haushalt des Züchters gehalten werden. Laufen die Katzen alle im Haus oder der Wohnung  mit, oder werden nur die Mütter mit den Kitten gezeigt, und im Haus gehalten?
Wie viele Katzen hält der Züchter eigentlich? Man muss bedenken, dass jedes Tier Zuwendungen braucht und nur dann wirklich sozialisiert ist, wenn es wirklich mit anderen Katzen und dem Menschen im Haushalt gemeinsam lebt.
Es gibt Züchter, die halten ihre Tiere wie Rinder in der Massentierhaltung. Dort haben die Katzen einen Wert wie ein Nutztier. Ob man das unterstützen sollte?

Ich sage Nein!

Verbraucher sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass ihre Nachfrage das Angebot regelt. Der Stammbaum ist dabei die kleinste zu wertende Instanz, zumindest für den Liebhaber. Was stimmen muss, ist das große Ganze. Gesundheitsvorsorge, auch der Elternkatzen der Zuchtkatzen, das ist dann wirklich nur durch den Stammbaum nachweisbar!, geimpfte, gechippte Katzen. Der Züchter muss großes Interesse daran haben, wie die zu verkaufende Katze ihr zukünftiges Leben bestreiten soll, sollte daher auch nicht an jeden ein Tier verkaufen.
Ich persönlich lege auch Wert darauf, dass der Züchter nicht in alle Welt verkauft. Es gibt tatsächlich Catterynamen, die findet man in Südostasien wieder oder Südamerika. Das zeigt, es geht dem Züchter ums Geld verdienen. Ist meine Meinung, auch wenn sich jetzt der eine oder andere auf den Schlips getreten fühlt. Nicht jeder Züchter, der Katzen nach Übersee verkauft ist so einer, es gibt auch hier wieder Ausnahmen von der Regel. Nach Asien z.B., verkaufen die dann aber nicht.

Juristisch belangt werden kann aber niemand, der seine Katze beim Rassenamen betitelt ohne einen Stammbaum zu haben. Juristisch belangt werden kann nur ein Verkäufer, der reinrassige Katzen anbietet ohne einen Nachweis für sie zu haben.
Das ist alles. Weil auch der Versuch strafbar ist. §263 StGB. Schließlich kommt niemand zu schaden, wenn ich eine Katze als Perser bezeichne, nur weil sie aussieht wie eine und die Rassemerkmale erfüllt. Sogar wirkliche Kenner können eine Rassekatze nicht von einer Rassekatze unterscheiden, wenn sie die Merkmale eines Rassenstandards erfüllt und keinen Stammbaum hat. Und tatsächlich werden bei bestimmten Rassen Katzen gezüchtet, die mit dem eigentlichen Standard nichts mehr gemein haben, und trotzdem reinrassig sind.

Nur der Verkauf einer angeblich reinrassigen Katze ohne einen Stammbaum ist strafbar. Das ist Betrug!

Die Streitereien um den Stammbaum sind überflüssig. Was nicht überflüssig ist, ist immer wieder zu betonen, wie wichtig es ist, das Umfeld des Züchters genau unter die Lupe zu nehmen. Sich alles zeigen zu lassen, was für Gesundheitsvorsorge betrieben wird, wie hochwertig gefüttert wird, ob die Katzen auch mal Fleisch und ganze Beutetiere zu fressen bekommen.
Viele sogenannte Tierschützer machen das alles am Stammbaum fest. Und das ist falsch.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hauskatze

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isch_Kurzhaar

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassekatze

http://www.von-theresienfeld.de/standard.shtml

https://www.youtube.com/watch?v=DuYvjqLywMw



Montag, 18. November 2019

Wie geht Katzenrettung richtig?


Immer wieder kommt es vor, dass Menschen Katzen aufnehmen, um sie aus schlechter Haltung zu befreien. Oder um zu helfen. Ich bin auch schon gefragt worden, ob ich nicht ein Kitten abholen könnte, weil es dringend tierärztliche Hilfe braucht und von den Haltern der Mutterkatze nicht versorgt wird.
Da heißt es dann: entweder es schafft es, oder es schafft es nicht und nennen das natürliche Auslese. Vor allem im ländlichen Bereich kommt es relativ oft zu solchen Aussagen.

Ich habe immer nur unter einer Bedingung zugesagt: Die Mutterkatze muss mit!
Erstens, war in diesem Fall das Kitten noch auf die Mutter angewiesen, und zweitens ist die Gefahr groß, dass es in 4-5 Monaten erneut einen Wurf gibt, dem geholfen werden muss.


Das ist Tierschutz.

Es gibt noch die ganz üblen Leute. Die inserieren dann ihre Katzen unter dem Vorwand, krank zu sein und längere Zeit ins Krankenhaus zu müssen, oder ähnliches. Kommt man in die Wohnung, ist die dann auch aufgeräumt und sauber. Gern nimmt man dann noch ein oder zwei weitere Katzen mit, denn die arme Person hat ein schlimmes Schicksal und ihr und den Katzen muss geholfen werden.

Durch Zufall, meist ist es Kollege Zufall der hilft, kommt dann heraus, dass es eine Masche war und schon eine Weile so gearbeitet wird.

Da ist man einem üblen Vermehrer aufgesessen, der immer wieder auf gutgläubige Menschen und Menschen mit Herz trifft.

Wenn man Glück hat, sind die Katzen gesund und haben weder Krankheiten noch Parasiten.

Wie kann man denn solche Leute durchschauen?


Nun ist aber nicht jeder, der einen Wurf hat, ein übler Vermehrer. Da kann man dann helfen, wenn das Muttertier definitiv kastriert wurde, bzw. wird. Auch sind mit der Schutzgebühr maximal die Kosten für den Tierarzt enthalten, also Impfung, chippen und im günstigsten Fall die Kastration des übernommenen Tieres. Die Bescheinigungen bekommt man dann auch mit.

Sollte es passieren und man muss ein einzelnes Kitten aufnehmen, das vielleicht gerade mal 8-9 Wochen alt ist oder sogar jünger, und man hat für dieses Tier keinen adäquaten Partner oder kann auch kein weiteres Kitten aufnehmen, dann sollte jeder, und gerade Tierschützer,  darüber nachdenken, das Kitten in die Pflegestelle eines Katzenvereins zu geben, damit das Kitten die Chance hat, artgerecht aufzuwachsen.
Es wäre nicht fair dem Kitten gegenüber ihm die Chance auf Sozialisierung und einem artgerechten leben mit anderen Katzenkumpels in seinem Alter zu nehmen.
Für mich persönlich hat das auch nichts mit Katzenrettung zu tun, sondern eher mit menschlichem Egoismus.
Bitte habt das Wohl des Tieres im Auge!



Das Geschäft mit dem Mitleid floriert leider und ich weiß, wie schwer es ist, zu einem Murkelchen nein zu sagen, das ein Bild des Jammers ist. Tierschutz, und Hilfe im eigentlichen Sinn ist, wenn es keine weiteren Würfe mehr gibt. Sprich die Elterntiere kastriert werden. Alles andere macht Platz für das nächste Elend. Leider. Denn diese Vermehrer sind skrupellos!


Was ist zu beachten, wenn es mit einem durchgegangen ist, und man so ein oder sogar mehrere Tiere, aufgenommen hat?
Wenn schon Katzen im Haushalt leben, müssen die Neuzugänge strikt getrennt gehalten werden. Und zwar so lange, bis die Befunde vom Tierarzt besagen, dass die Katzen gesund sind. Untersucht werden muss das Blut auf Katzenaids (FIV) und auf Katzenleukose (FeLV). Das sind ansteckende Krankheiten, die nicht heilbar sind. Außerdem muss ein Kotprofil gemacht werden. Nicht nur Würmer, auch Endoparasiten wie Giardien, Kokzidien und Trichomonas foetus müssen ausgeschlossen werden. Giardien und Trichos können sehr hartnäckig sein und eine längere Behandlung nötig machen.
Wenn die Katzen positiv auf FIV und/oder FeLV sind, und es schon andere Katzen im Haushalt gibt, muss überlegt werden, ob man die Katzen behalten will. Man sollte vielleicht Hilfe bei einem renommierten Katzenverein suchen und sich beraten lassen. Während FeLV auch über den Speichel übertragen werden kann, wird FIV nur durch Bisse übertragen und ist für den Menschen keine Gefahr. Gegen FeLV kann aber auch geimpft werden, d.h., man könnte die schon vorhandenen Katzen impfen lassen. Das erfordert dann aber auch, die Quarantäne bis zum vollständigen Impfschutz zu verlängern.

Ihr seht also, Rettung bedeutet den Kopf einzuschalten. Die Konsequenzen können für den Retter und seinen Haushalt echt belastend sein.


Und ganz wichtig! Sollte man einem solchen üblen Gesellen, der tatsächlich kranke Katzen verkauft (immer die Diagnose aushändigen lassen!) aufgesessen sein, ist das meist nicht zu ändern. Aber man sollte auf jeden Fall das Veterinäramt kontaktieren, den Fall schildern und die befunde des Tierarztes vorlegen.
Wenn ansteckende Krankheiten beim Vermehrer vorhanden sind, schreitet das Vetamt in der Regel ein. Es ist dringend notwendig so jemanden aufzuhalten.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Wie viel Freiheit verträgt der Mensch, oder, anders gefragt, muss der Mensch alles dürfen?

Der Mensch und seine Freiheit...
Es bricht immer ein Sturm der Entrüstung durch die Republik los, wenn es eine Partei wagt, vermeintliche Rechte einzuschränken. Es drohte der Untergang des Abendlandes, als es ein Rauchverbot gab. Erst in öffentlich zugänglichen Behörden, dann für Arbeitsplätze und schlussendlich ein Rauchverbot in Gaststätten. Überall wurden dann Hintertürchen geschaffen, wie z.B., Zutritt erst ab 18 Jahren, usw.
Mit dem Ergebnis dass es in Berlin fast gar keine rauchfreie Kneipe gibt. Jedenfalls war das bis zu meinem Umzug aus Berlin Ende 2016 noch so und ich denke, es hat sich bis heute nichts geändert.

Die Idee des Veggie-Days ließ auch so eine Entrüstung losbrechen. Verbotspartei, wurde geschimpft, von Vorschriften wurde gesprochen. Dabei war es nichts als eine Anregung. Und die Leute übersehen dabei völlig, dass für ihr Schnitzel ein Tier sterben muss, und wie es gehalten und getötet wird, übersehen auch die Qualen des Tieres bis zu seinem Tod.

Ich werde sicher nicht zum Moralapostel werden, oder den Menschen Vorschriften machen. Ich werde aber nicht aufhören aufzuklären.

Mir geht es aktuell auch um die Freiheit des einzelnen Bürgers. Freiheit ist gut und richtig und auch wichtig. In Deutschland besitze ich eine Menge Freiheit. Die Freiheit der Rede, Meinungsfreiheit und solange ich kein Hartz IV Bezieher bin, kann ich sogar hinziehen wohin es mich treibt.

Hartz IV Bezieher erleben eine Menge Unfreiheit. Sie sind mit allem was sie tun Rechenschaft schuldig. Und? Wo war die Aufregung? Aufgeregtheit gab es nur bei den Verbänden, die sich mit dem Sozialen und der Politik befassen. Gewerkschaften, der VdK, attac%, um einige zu nennen.
Damals gab es sogar einen richtigen Hass auf Hartz IV Bezieher. Sie wurden zum Mittelpunkt der Hetze in den Medien, allen voran BILD und RTL haben sich auf Hartz IV Bezieher eingeschossen.
Bis zur Flüchtlingswelle. Dann waren Hartz IV Bezieher auf einmal Opfer....
Wie beschämend verlogen diese Gesellschaft doch ist....

Aber darum geht es mir auch nicht.

In Deutschland darf jeder Hanswurst, jeder Sachkundige oder Sachunkundige Tiere halten und vermehren. Es gibt niemanden, der kontrolliert, wie die Deutschen mit ihren Tieren umgehen. Es gibt ja eine Vorschrift, dass Landwirte, Milchbetriebe, usw. kontrolliert werden müssen. Gestüte usw. auch. Der normale Tierhalter gerät bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz immer nur dann in den Fokus der Behörden, wenn es zu eklatanten Verstößen kommt und es vor allem jemanden gibt, der den Mut hat, Anzeige zu erstatten.
Und dann muss er noch das Glück haben, dass das Veterinäramt durchgreift. Manche muss man nämlich zum jagen tragen.....

Ganz besonders schwer hat es die Katze in Deutschland. Man sollte es nicht für möglich halten. Wo doch die Katze des Deutschen liebstes Haustier ist. Nach letzten Erhebungen sollen 14,5 Millionen Katzen in Deutschland leben. Die Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Und es gibt in ganz Deutschland keine Katzenschutzverordnung....
Der Bund zieht sich mit dem Hinweis zurück, dass dies Ländersache ist. Die Länder schieben sich den Schwarzen Peter hin und her zu, am Ende fürchten sie die Kosten, die damit verbunden sein könnten. Denn dann könnten sie sich auf einmal nicht mehr aus der Verantwortung all der Katzen ziehen, die im Tierheim landen. Tierheime dümpeln fast alle am Rande der Insolvenz, weil sie nciht genug Unterstützung von der Kommune erhalten. Eine Schande. Die Arbeiten übernehmen Ehrenamtliche. Hauptamtliche Tierpfleger, usw., kann sich kein Tierheim leisten.

Ich sage nichts gegen Katzen. Ich habe selbst Katzen und liebe sie sehr. Und ich bilde mir ein, einiges über Katzen zu wissen. Der Erfolg gibt mir jedenfalls Recht. Ich habe ein sehr soziales Katzenrudel und ich kann mit ihnen sogar spazieren gehen, ohne dass sie mir weglaufen würden. Die Nachbarschaft staunt jedes Mal.

Vorgestern wurde ich auf eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen aufmerksam gemacht. Da bot eine Frau ihre trächtige Katze zum Verkauf an, mit dem Hinweis, sie verträgt sich nicht mit dem Hund...
Viele Tierschützer waren da dran und Gott sei Dank konnte sie gesichert werden. Die Katze steht kurz vor der Geburt, die Zitzen sind schon prall. Es dauert wenn überhaupt nur noch Stunden bis 2 Tage.

Solche Dinge passieren in Deutschland zu Hunderten. Warum muss das sein?
Auch eine Katze kann schwer traumatisiert sein. Ich hoffe, dass diese Katze das Prozedere verkraftet. Es könnte nämlich auch passieren, dass die Katze so erregt ist, weil sie in einer völlig unbekannten Umgebung ist, dass sie ihre Kitten nach der Geburt tötet.

Käme es wirklich dem Untergang des Abendlandes gleich, wenn Menschen vor dem Erwerb eines Tieres einen Sachkundenachweis erbringen müssten?
Tierärzte könnten wöchentlich Kurzseminare abhalten, oder speziell geschulte Assistenten, die die zukünftigen Hunde- Katzen- Kleintierhalter unterweisen und es dafür eine Bescheinigung gibt, die zum Kauf eines Tieres vorgelegt werden muss.
Das wäre Schritt 1.
Schritt 2 wäre, jeder, der Tiere vermehrt muss einen richtigen Sachkundenachweis nach §11 TierSchG ablegen und bekommt erst dann eine Nummer oder ein vergleichbares Zertifikat, das gebraucht wird, um Onlineanzeigen schalten zu dürfen. Gleiches für Facebook.
Zugelassene Züchter, Tierheime und Tierschutzvereine dürften die einzigen sein, die Tiere auf Onlineplattformen anbieten dürften. Den Nachweis müssen sie bei der Anmeldung erbringen.
Privatleute, die ihren Hund, ihre Katze oder ein anderes Tier vermitteln wollen, müssten sich an einen Verein wenden, Tierheim oder an den Züchter, von dem sie das Tier erworben haben.

Schritt 3
Jedes Tier, außer die in einer gemeldeten Zucht muss kastriert werden. Auch auf Bauernhöfen, in Dörfern, etc. Es darf schlicht keine Ausnahmen mehr geben.
Bei der Vogelhaltung ist dies unmöglich, auch bei den Reptilien, aber da gibt es andere Möglichkeiten.
Mir geht es vornehmlich um die Katzen.

Die Konsequenz:
Die Begrenzung der Freiheit des Menschen hätte zur Folge, dass die Straßenkatzenpopulation schwindet. Die Tierheime langfristig leerer werden, die alljährlich wie Weihnachten auftretende Kittenschwemme ausbleibt, und Tierheime und Tierschutzvereine endlich das tun können, wofür sie eigentlich da sind. Helfen im Notfall.
Tierschutz ist auch Menschenschutz. Wenn Menschen erkranken oder zu Pflegefällen werden und ihre Tiere nicht mehr versorgen können, da können sie dann helfen. Heute werden solche Tiere abgewimmelt.
Wie oft muss ich Anzeigen lesen, dass die 17 Jahre alte Katze aus dem Haus muss, weil ihr Mensch nicht mehr aus dem Krankenhaus kommen wird.

Dieses ganze Elend in Deutschland ist Menschenwerk und völlig überflüssig. Manche Menschen müssen per Gesetz gezwungen werden anzuerkennen, dass sie eine Verantwortung haben, dass das Tier an ihrer Seite einen Wert hat, das genauso Schmerz, Angst, Hunger und Durst empfindet und auch eine bedrohliche Situation erkennt.

Jeder, der schon mal eine Maus aus den Fängen einer Katze befreit hat und in die Freiheit zurück gab weiß das; ich hatte das Vergnügen erst gestern. Wie viel Angst die Maus hatte! Als ich sie zurück in den Park brachte, hat sie schwer geatmet und gezittert vor lauter Angst. Das empfinden alle unsere Tiere in so bedrohlichen Situationen, die Angst auslösen.

Und ich finde, diese Angst rechtfertigt das Beschränken unserer Freiheit.
Mein Kater Moritz, 1 Jahr und 5 Monate jung




Tiertransporte in EU Drittstaaten

 Man kann sie nicht mehr zählen. Die Berichte über skandalöse Tiertransporte in EU Tierschutzhochrisikostaaten. Dazu zählen fast ausnahmslos...