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Dienstag, 25. August 2020

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz ist "nur" ein Verein?

 Als ich meine Petitionen startete, es waren immerhin zwei, um das Absetzalter für Katzen von 8 Wochen auf 12 Wochen zu erhöhen, da wurde ich oft belächelt. Man hat sich über mich lustig gemacht und geschimpft. Von Daten sammeln war die Rede... Klar, diese Leute nutzen Facebook und WhatsApp, aber regen sich über Onlinepetitionen auf, deren Betreiber an das europäische Datenschutzgesetz gebunden sind. Etwas, dass es bei Facebook und WhatsApp nicht gibt. So viel dazu.


Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz sei nur ein Verein, da müssen Gesetze her.

Gesetze? Warum Gesetze?


Da, wo es um Lebewesen geht, kann man keine Sachkunde in ein Gesetz gießen! Weil die Forschung und die Erkenntnisse zunehmen und sich ändern!

 

Das ist ein Auszug aus der Kommentierung des Tierschutzgesetzes von 2019. Zum §2 Tierschutzgesetz, der besagt, dass sich Tierhalter Kenntnisse anzueignen haben, um ein Tier artgerecht zu halten. Das im Text benannte Merkblatt 43 ist für Amtsveterinäre und ist derzeit in Bearbeitung.

Die TVT war äußerst fleißig und hat Merkblätter für Sachkunde erstellt.

Sie tragen die Ziffer 131 und das neue seit Anfang August gültige Merkblatt zur Katzenhalten trägt die Nummer 131.6


Dieser "nur" Verein hat also die Macht, anstelle eines Gesetzes die Kriterien für Sachkunde bei der Tierhaltung festzulegen.

https://www.tierschutz-tvt.de/ueber-die-tvt/wer-wir-sind/

 

Katzenwelpen sollen seit August 2020 12 Wochen bei der Mutter und den Geschwistern bleiben.

Mittwoch, 12. August 2020

Das Tierschutzgesetz - was bedeutet es für den Tierhalter?

 

Erster Abschnitt

Grundsatz

 

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

 

 

Was bedeutet dies genau?

 

Im juristischen Kontext geht es um den Rechtscharakter des Satzes 1, „im Sinne der Mitverantwortung des Menschen für die in seiner Obhut anheimgegebenen Lebewesen“.

Das Gesetz erkennt das Tier als Mitgeschöpf des Menschen an und macht dessen Verantwortung zum Ausgangspunkt seiner rechtlichen Regelungen. Der Mensch schützt das Tier um seiner selbst willen. Das Tier hat eigene Interessen und ist keine Sache wie andere (vergl. §90a BGB)

[…] Satz 1 ist deshalb geltendes Recht

Nachzulesen: Tierschutzgesetz, Kommentar, 7. Auflage Seite 41/42

 

 

 

Zweiter Abschnitt

Tierhaltung

§ 2

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

 

1.

    muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2.

    darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3.

    muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

 

Hm….

Das liest sich erst mal ziemlich logisch. Und Katze? Kennt man ja. In jedem Supermarkt gibt es Futter und Streu…..

 

Stopp!

 

Supermärkte führen auch für den Menschen absolut ungeeignete Nahrung, die nachweislich unserer Gesundheit abträglich ist. Der Supermarkt bietet keine Sachkunde an, sondern er will verkaufen.

Und in Deutschland ist auch der Verkauf von Waren erlaubt, deren Benutzung verboten ist. Die Chinesischen Himmelslaternen etwa, die für den Brand im Zoo zum Jahreswechsel 2019/2020 verantwortlich waren, durften verkauft, aber nicht benutzt werden.
Gleiches gilt für Software, mit denen man Codier Codes knacken kann. Man darf sie kaufen und besitzen. Sie benutzen ist strafbar.

 

 

Das sind Dinge, die dem Bürger nicht unbedingt geläufig sind. Er glaubt, das was man kaufen kann ist völlig legal und richtig.

 

Punkt 3 bekommt also eine ganz andere Dimension

 

   
muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

„Erforderliche Kenntnisse“

 

Es bedeutet zunächst mal von 0 anzufangen. Alles auf Anfang sozusagen und sich erst ein Mal schlau lesen und nicht andere zu fragen, was fütterst Du so?, sondern sich tatsächlich mit den Bedürfnissen des Tieres auseinander zu setzen.

 

Bei der Katze gibt es ganz viel Muss. Und zwar im Hinblick auf artgerechtes Futter, auf artgerechte Unterbringung und Ausstattung, sowie an artgerechtes Leben.

 

Das heißt also, als Tierhalter muss ich mir Gedanken darum machen, was mein Tier braucht, ich muss wissen, wie es tickt.

Wir wissen heute, dass unerwünschtes Verhalten oft auf Haltungsfehler zurück zu führen sind, dass Bestrafung nicht zum Ziel führt und oft greifen Menschen heute auf professionelle Hilfe zurück, weil sie mit ihrem Latein am Ende sind.

 

Es ist also sinnvoll, sich vor der Anschaffung Gedanken zu machen, um Fehler zu vermeiden, die später dem Tier und auch den Menschen Probleme machen könnten.

 

Es ist auch oft sinnvoll, sich nach guten Vereinen zu erkundigen und sich dort zu erkundigen. Es ist gut sich in den sozialen Medien zu erkundigen, aber man darf nicht auf jeden Menschen hören.

Lasst euch einen guten Verein empfehlen und nehmt Kontakt auf.
Ihr könnt euch natürlich auch schlau lesen.

Christine Hausschild zum Beispiel hat einige gute Bücher zur Katzenhaltung geschrieben. Günstiger, umfassender und schneller geht aber die persönliche Beratung durch einen Verein, die auch am Telefon stattfinden kann.

 

 

Donnerstag, 27. Februar 2020

Die Katze - Rasse oder nicht Rasse - oder "nur" eine Hauskatze?

Zugegeben, es regt mich schon lange auf. Immer wieder liest man das. Ohne Stammbaum keine Rasse. Stimmt das aber so?
Es wird in Diskussionen in Foren und Gruppen immer wieder auf eine Weise diskutiert, die mir die Nackenhaare sträuben lässt.
Oft hat man auch den Eindruck, dass das Defizit, die Menschen darüber aufzuklären, dass man Vermehrer von Katzen nicht unterstützen sollte, am Stammbaum festgemacht wird.
Dabei ist das ganze Thema viel komplexer.

Zunächst mal, die EHK, europäische Hauskatze gibt es nicht. Es gibt nur Hauskatzen. Und das trifft auf alle unsere Katzen zu. Sei es Perser, Norweger, Sibirer, Maine Coon oder Sphynx. Es sind alles Hauskatzen.

Unsere Hauskatzen stammen alle von der Falbkatze ab (Felis Silvestris lybica) der Afrikanischen Wildkatze. Sie hat einen erstaunlichen Siegeszug hinter sich. Es ist dokumentiert, dass die Katze sich bereits vor 9000 Jahren dem Menschen angeschlossen hat.
"Von der Falbkatze stammt die Hauskatze ab. Belegt ist eine Domestizierung ab 7500 v. Chr. auf Zypern. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Katze den Menschen schon seit Beginn der Zivilisation begleitet, da sie leicht zu zähmen und von allen Katzenarten am wenigsten aggressiv ist."
https://de.wikipedia.org/wiki/Falbkatze

Aus der Falbkatze entstanden auch unsere Katzen mit Rassemerkmal. Durch Selektion wurden bestimmte Merkmale herausgezüchtet, so dass es einen bestimmten Phänotyp und Genotyp gibt, der die Rasse ausmacht.
Die Weltverbände TICA, Fife, Cfa und Wcf legen die Rassenstandards der verschiedenen Katzenrassen fest und unterscheiden sich geringfügig.

Die Katzenzucht ist eine aufwändige, teure und viel Zeit erfordernde Angelegenheit, die den hohen Preis und Marktwert rechtfertigt. Seriöse Züchter ärgern sich daher auch zu Recht über Hinterhofvermehrer, die weder Geld noch Zeit investieren, aber für ihre Tiere einen hohen Preis verlangen, der leider von unkritischen Käufern auch bezahlt wird.
Es ist klar, dass dies Leute sind, die sich auf Kosten der Tiere ein Zubrot verdienen und die sich an der  Zuchtarbeit von Züchtern zu bereichern versuchen. Darüber sollte man sich im klaren sein, wenn man ein Tier ohne Papier erwirbt.

Die europäische Kurzhaarkatze, die von manchen Leuten heute als Rasse bezeichnet wird, ist ebenfalls ein falscher Begriff.

Es gibt die Zucht der "Europäer" und der "Keltisch Kurzhaar", was eigentlich nur bedeutet, dass dies normale Hauskatzen sind ohne Einkreuzung eines Rassetiers, also ohne Hybriden.

Jedoch, und das ist wieder so widersinnig, muss man bedenken, dass die Farben silver/smoke als natürliche Farben beschrieben werden, was aber nicht so ist. Die Maine Coon zum Beispiel, angeblich eine Naturrasse, wurde mit Perserkatzen "veredelt", um die Farben silver/smoke zu bekommen. Für das ticked tabby wurden Somali oder Abessinier eingekreuzt. Das ist natürlich Zuchtarbeit, aber den Titel Naturrassse verdient die Maine Coon sicher nicht mehr.
Nachzulesen ist das im Maine Coon Kompendium von Henning Müller-Rech, der anschaulich beschreibt, wie es dazu gekommen ist, dass das ticked tabby aus der Maine Coon nicht mehr wegzudenken ist.

Das Maine Coon Kompendium

Somit ist eigentlich klar, dass silver/smoke auch in der Europäer eigentlich nichts zu suchen hat, man diese Farben nur für Vielfalt, Optik und Verkauf zugelassen hat. Die natürlichen Farben der Hauskatze sind alle Farben mit und ohne weiß, schwarz, rot, gestromt und getigert, schildpatt, tortie und torbie. Die Farben blau und creme stehen für Verdünnung bedingt durch silver und smoke.
Man kann also sagen, dass die Europäer oder Keltisch Kurzhaar auch  "nur" ein Zuchtprodukt ist.

Weshalb wettere ich jetzt gegen die Stammbaumaffinität mancher Leute?

Das tue ich eigentlich nicht. Was ich eigentlich meine, ist dass der Stammbaum ein Hinweis darauf ist, dass wenigstens Mindeststandards in der Haltung der Katzen eingehalten werden müssen und eingehalten worden sind.

Es gibt auch unter den Züchtern, die sauber mit Katzen züchten, die einen Stammbaum und Gesundheitszeugnisse haben, die man meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser.
Der Verkaufspreis ist sicher kein Hinweis. Sondern die Art und Weise, wie die Katzen im Haushalt des Züchters gehalten werden. Laufen die Katzen alle im Haus oder der Wohnung  mit, oder werden nur die Mütter mit den Kitten gezeigt, und im Haus gehalten?
Wie viele Katzen hält der Züchter eigentlich? Man muss bedenken, dass jedes Tier Zuwendungen braucht und nur dann wirklich sozialisiert ist, wenn es wirklich mit anderen Katzen und dem Menschen im Haushalt gemeinsam lebt.
Es gibt Züchter, die halten ihre Tiere wie Rinder in der Massentierhaltung. Dort haben die Katzen einen Wert wie ein Nutztier. Ob man das unterstützen sollte?

Ich sage Nein!

Verbraucher sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass ihre Nachfrage das Angebot regelt. Der Stammbaum ist dabei die kleinste zu wertende Instanz, zumindest für den Liebhaber. Was stimmen muss, ist das große Ganze. Gesundheitsvorsorge, auch der Elternkatzen der Zuchtkatzen, das ist dann wirklich nur durch den Stammbaum nachweisbar!, geimpfte, gechippte Katzen. Der Züchter muss großes Interesse daran haben, wie die zu verkaufende Katze ihr zukünftiges Leben bestreiten soll, sollte daher auch nicht an jeden ein Tier verkaufen.
Ich persönlich lege auch Wert darauf, dass der Züchter nicht in alle Welt verkauft. Es gibt tatsächlich Catterynamen, die findet man in Südostasien wieder oder Südamerika. Das zeigt, es geht dem Züchter ums Geld verdienen. Ist meine Meinung, auch wenn sich jetzt der eine oder andere auf den Schlips getreten fühlt. Nicht jeder Züchter, der Katzen nach Übersee verkauft ist so einer, es gibt auch hier wieder Ausnahmen von der Regel. Nach Asien z.B., verkaufen die dann aber nicht.

Juristisch belangt werden kann aber niemand, der seine Katze beim Rassenamen betitelt ohne einen Stammbaum zu haben. Juristisch belangt werden kann nur ein Verkäufer, der reinrassige Katzen anbietet ohne einen Nachweis für sie zu haben.
Das ist alles. Weil auch der Versuch strafbar ist. §263 StGB. Schließlich kommt niemand zu schaden, wenn ich eine Katze als Perser bezeichne, nur weil sie aussieht wie eine und die Rassemerkmale erfüllt. Sogar wirkliche Kenner können eine Rassekatze nicht von einer Rassekatze unterscheiden, wenn sie die Merkmale eines Rassenstandards erfüllt und keinen Stammbaum hat. Und tatsächlich werden bei bestimmten Rassen Katzen gezüchtet, die mit dem eigentlichen Standard nichts mehr gemein haben, und trotzdem reinrassig sind.

Nur der Verkauf einer angeblich reinrassigen Katze ohne einen Stammbaum ist strafbar. Das ist Betrug!

Die Streitereien um den Stammbaum sind überflüssig. Was nicht überflüssig ist, ist immer wieder zu betonen, wie wichtig es ist, das Umfeld des Züchters genau unter die Lupe zu nehmen. Sich alles zeigen zu lassen, was für Gesundheitsvorsorge betrieben wird, wie hochwertig gefüttert wird, ob die Katzen auch mal Fleisch und ganze Beutetiere zu fressen bekommen.
Viele sogenannte Tierschützer machen das alles am Stammbaum fest. Und das ist falsch.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hauskatze

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isch_Kurzhaar

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassekatze

http://www.von-theresienfeld.de/standard.shtml

https://www.youtube.com/watch?v=DuYvjqLywMw



Montag, 18. November 2019

Wie geht Katzenrettung richtig?


Immer wieder kommt es vor, dass Menschen Katzen aufnehmen, um sie aus schlechter Haltung zu befreien. Oder um zu helfen. Ich bin auch schon gefragt worden, ob ich nicht ein Kitten abholen könnte, weil es dringend tierärztliche Hilfe braucht und von den Haltern der Mutterkatze nicht versorgt wird.
Da heißt es dann: entweder es schafft es, oder es schafft es nicht und nennen das natürliche Auslese. Vor allem im ländlichen Bereich kommt es relativ oft zu solchen Aussagen.

Ich habe immer nur unter einer Bedingung zugesagt: Die Mutterkatze muss mit!
Erstens, war in diesem Fall das Kitten noch auf die Mutter angewiesen, und zweitens ist die Gefahr groß, dass es in 4-5 Monaten erneut einen Wurf gibt, dem geholfen werden muss.


Das ist Tierschutz.

Es gibt noch die ganz üblen Leute. Die inserieren dann ihre Katzen unter dem Vorwand, krank zu sein und längere Zeit ins Krankenhaus zu müssen, oder ähnliches. Kommt man in die Wohnung, ist die dann auch aufgeräumt und sauber. Gern nimmt man dann noch ein oder zwei weitere Katzen mit, denn die arme Person hat ein schlimmes Schicksal und ihr und den Katzen muss geholfen werden.

Durch Zufall, meist ist es Kollege Zufall der hilft, kommt dann heraus, dass es eine Masche war und schon eine Weile so gearbeitet wird.

Da ist man einem üblen Vermehrer aufgesessen, der immer wieder auf gutgläubige Menschen und Menschen mit Herz trifft.

Wenn man Glück hat, sind die Katzen gesund und haben weder Krankheiten noch Parasiten.

Wie kann man denn solche Leute durchschauen?


Nun ist aber nicht jeder, der einen Wurf hat, ein übler Vermehrer. Da kann man dann helfen, wenn das Muttertier definitiv kastriert wurde, bzw. wird. Auch sind mit der Schutzgebühr maximal die Kosten für den Tierarzt enthalten, also Impfung, chippen und im günstigsten Fall die Kastration des übernommenen Tieres. Die Bescheinigungen bekommt man dann auch mit.

Sollte es passieren und man muss ein einzelnes Kitten aufnehmen, das vielleicht gerade mal 8-9 Wochen alt ist oder sogar jünger, und man hat für dieses Tier keinen adäquaten Partner oder kann auch kein weiteres Kitten aufnehmen, dann sollte jeder, und gerade Tierschützer,  darüber nachdenken, das Kitten in die Pflegestelle eines Katzenvereins zu geben, damit das Kitten die Chance hat, artgerecht aufzuwachsen.
Es wäre nicht fair dem Kitten gegenüber ihm die Chance auf Sozialisierung und einem artgerechten leben mit anderen Katzenkumpels in seinem Alter zu nehmen.
Für mich persönlich hat das auch nichts mit Katzenrettung zu tun, sondern eher mit menschlichem Egoismus.
Bitte habt das Wohl des Tieres im Auge!



Das Geschäft mit dem Mitleid floriert leider und ich weiß, wie schwer es ist, zu einem Murkelchen nein zu sagen, das ein Bild des Jammers ist. Tierschutz, und Hilfe im eigentlichen Sinn ist, wenn es keine weiteren Würfe mehr gibt. Sprich die Elterntiere kastriert werden. Alles andere macht Platz für das nächste Elend. Leider. Denn diese Vermehrer sind skrupellos!


Was ist zu beachten, wenn es mit einem durchgegangen ist, und man so ein oder sogar mehrere Tiere, aufgenommen hat?
Wenn schon Katzen im Haushalt leben, müssen die Neuzugänge strikt getrennt gehalten werden. Und zwar so lange, bis die Befunde vom Tierarzt besagen, dass die Katzen gesund sind. Untersucht werden muss das Blut auf Katzenaids (FIV) und auf Katzenleukose (FeLV). Das sind ansteckende Krankheiten, die nicht heilbar sind. Außerdem muss ein Kotprofil gemacht werden. Nicht nur Würmer, auch Endoparasiten wie Giardien, Kokzidien und Trichomonas foetus müssen ausgeschlossen werden. Giardien und Trichos können sehr hartnäckig sein und eine längere Behandlung nötig machen.
Wenn die Katzen positiv auf FIV und/oder FeLV sind, und es schon andere Katzen im Haushalt gibt, muss überlegt werden, ob man die Katzen behalten will. Man sollte vielleicht Hilfe bei einem renommierten Katzenverein suchen und sich beraten lassen. Während FeLV auch über den Speichel übertragen werden kann, wird FIV nur durch Bisse übertragen und ist für den Menschen keine Gefahr. Gegen FeLV kann aber auch geimpft werden, d.h., man könnte die schon vorhandenen Katzen impfen lassen. Das erfordert dann aber auch, die Quarantäne bis zum vollständigen Impfschutz zu verlängern.

Ihr seht also, Rettung bedeutet den Kopf einzuschalten. Die Konsequenzen können für den Retter und seinen Haushalt echt belastend sein.


Und ganz wichtig! Sollte man einem solchen üblen Gesellen, der tatsächlich kranke Katzen verkauft (immer die Diagnose aushändigen lassen!) aufgesessen sein, ist das meist nicht zu ändern. Aber man sollte auf jeden Fall das Veterinäramt kontaktieren, den Fall schildern und die befunde des Tierarztes vorlegen.
Wenn ansteckende Krankheiten beim Vermehrer vorhanden sind, schreitet das Vetamt in der Regel ein. Es ist dringend notwendig so jemanden aufzuhalten.

Freitag, 11. Oktober 2019

Gute Züchter <-> Schlechte Züchter


Mit meiner Haltung Züchtern gegenüber habe ich mich schon öfter ins Fettnäpfchen gesetzt, da ich die Meinung vertrat und noch vertrete, wer Katzen züchtet (Hunde selbstverständlich auch und jede andere Kreatur), sollte sich auch dem Tierschutz verpflichtet fühlen. Und damit meine ich nicht, dass man sich der Straßenkatzen  annehmen muss, sondern, was Tierhaltung, Ernährung und Tierethik angeht eine Vorbildfunktion inne halten muss.
Womit ich meine, dass der Züchter keine Kitten in die Einzelhaltung abgibt, denn heutzutage wissen wir mehr über unsere Katzen und wissen, dass die Einzelhaltung eines Kitten der Tierquälerei gleich kommt.

Wir sollten auch wissen, dass man eine Katze nicht vor dem Ablauf eines Jahres decken lassen sollte, und nicht schon die Katze mit 7 Monaten zum Kater geben sollte.
Es gibt glücklicher Weise Vereine, die solches Verhalten sanktionieren und dann keine Stammbäume ausstellen. Ausnahmen gibt es auch hier, natürlich, denn es kann unter Umständen medizinisch sinnvoll sein, nämlich dann, wenn ein so junges Tier schon unter Dauerrolligkeit leidet oder zu Gebärmutterentzündungen neigt.

Natürlich stellt sich die Frage, ob so eine Katze überhaupt zuchttauglich ist und nicht bessert kastriert werden sollte. Ich kann aber verstehen, wenn ein Züchter eine Katze mit ausgesuchten Linien gekauft hat und vor der Kastration noch Nachkommen von ihr haben möchte. Das ist eben auch Zucht.

Grundsätzlich gilt es immer abzuwägen und im Sinn des Tierwohls zu entscheiden.

So richtig aber geht mir der Hut hoch, wenn ein Züchterduo, bekannt durch selbsternannte Empörung und Überwachung der Züchterszene, ausgerechnet solchen Züchtern tröstend über den Kopf streichelt, die Kitten in Einzelhaltung abgeben wollen und deren Katze, die im Januar 19 erst geboren wurde in der 43. Kalenderwoche ihren ersten Wurf hat. Die Katze ist jetzt (11.10.19, 41. Kalenderwoche) neun Monate alt, dann weiß man, wie jung sie beim Deckakt war.
Ich weiß gar nicht, was los gewesen wäre, wenn das einer der Züchter passiert wäre, die dieses Duo ständig auf dem Schirm hat.


Wir leben im 21.Jahrhundert. Doch gerade was die Katzenhaltung angeht, hat man durchaus das Gefühl, wir stecken noch im 30jährigen Krieg (1618-1648), so hartnäckig halten sich alte Legenden von der Katze als unsoziales Wesen, das ein Einzelgänger ist.
Züchter haben meiner Meinung nach auch die Pflicht dafür zu sorgen, dass die Kitten in einen Haushalt kommen, in dem ihr Leben so artgerecht wie möglich gestaltet wird. Mit verträglichem Kumpel, Kletter- und Spielmöglichkeiten, gesicherten Fenstern und Balkonen, dass die Kitten artgerecht ernährt werden.

Züchter sollten nicht nur verkaufen wollen, sondern haben auch die Pflicht aufzuklären, damit die zum Teil immer noch schändliche Katzenhaltung in deutschen Wohnzimmern bald und schnell der Vergangenheit angehört.

Deshalb meine Bitte. Augen auf beim Kittenkauf! Nicht jeder Vereinszüchter taugt was. Schaut genau hin. Ein Züchter, der in Einzelhaltung ein Kitten abgibt, hat alles Mögliche im Sinn, aber nicht das Wohl des Tieres.
Ich greife niemanden persönlich an, sondern gebe nur meine Meinung wieder. Sollte sich jemand angegriffen fühlen, kann er sich ein Ei darauf braten!

Tiertransporte in EU Drittstaaten

 Man kann sie nicht mehr zählen. Die Berichte über skandalöse Tiertransporte in EU Tierschutzhochrisikostaaten. Dazu zählen fast ausnahmslos...