Montag, 30. September 2019

Die sozialen Netzwerke - Fluch und Segen

In den vergangenen Tagen waren die sozialen Netzwerke kaum zu ertragen. Sie waren voll mit Hetze. Hetze gegen ein 16jähriges Mädchen, das man zum Staatsfeind Nummer 1 kürte.
Man kann es sich nicht vorstellen, mit welchem Unfug Menschen argumentieren, wenn sie keine Argumente haben.
"Sie hat uns beschuldigt, ihre Kindheit gestohlen zu haben. Krank. Was hat sie bisher geleistet? Sie soll Lösungen auf den Tisch legen" Das waren noch nette Zitate.
Auf Facebook hat sich eine Gruppe formiert, in der innerhalb weniger Tage 400 000 Menschen Naziparolen, sexistische Hetze gegen ein Kind, geschrieben worden sind.

Leute, die keine Nazis sind, aber Greta-Gegner sind, weil sie so "ausgerastet" ist, ihr der Ton nicht zustehe, all diesen Quatsch musste ich mir anhören.

Nun gut.

Greta oder die Fridays for Future Bewegung müssen keine Lösungen bieten!

Das müssen unsere Politiker und die Wissenschaftler. Teils liegen die Lösungen schon lange in der Schublade. Man kann den Kindern und Jugendlichen aber nicht vorwerfen, dass sie die Warnungen der Wissenschaft ernst nehmen, dass sie Angst haben, um ihre Zukunft, um das was kommen wird.

Und sie haben recht. Die heutigen Schüler werden die Jahre 2050 und später erleben. Die Auswirkungen des Klimawandels werden dann sehr viel heftiger sein als heute. Und es bedeutet nicht nur, dass wir es mit stärkeren Wetter-Extremen zu tun haben, es wird Regionen auf der Erde geben, in denen ein Leben nicht mehr möglich sein wird. Es wird viel mehr Menschen auf der Flucht geben.

Was macht dann Europa? Eine vier Meter hohe Festung bauen, damit niemand hinein kann? Den Menschen, die es der westlichen Welt zu verdanken haben, dass sie ihre Heimat verloren haben, das verweigern, worauf sie ein recht haben?

Die Zeit des Friedens wird vorbei sein.

Unsere Generation, die nach dem Krieg geboren wurde und jetzt ins Rentenalter kommt, wird vielleicht die einzige Generation sein, die in Frieden leben durfte. Wir sind gesegnet.

Meine Enkel, Großnichten und Großneffen werden dieses Glück  nicht haben.
Denn wenn die Menschen nicht langsam anfangen vernünftig zu sein, dann werden meine Enkel, Nichten und Neffen mit 50 oder 60 Jahren erleben müssen, was Krieg ist. Krieg um Platz, um Wasser und um Nahrung.

Auffällig war mir nur noch, weder Leonardo diCaprio noch Jason Mamoa hat man beschimpft, mit Häme und Spott überzogen, geschweige denn vulgäre und zotige Witze über sie gemacht, wie es mit Greta passiert ist. Und was ich da gelesen habe, spottet wirklich jeder Beschreibung.


 Inzwischen hat sich zumindest einer entschuldigt.


Jason Mamoa, bekannt aus Game of Thrones, hielt ebenso eine von Herzen kommende Rede


Leonardo diCaprio hielt eine Rede, deren Inhalt man hier auf Deutsch lesen kann.

https://www.solarify.eu/2016/04/24/643-leonard-dicaprios-un-rede-am-earth-day/

Mahnwache gegen Tiertransporte vor dem Landwirtschaftsministerium in Han...

Donnerstag, 26. September 2019

Missverständnisse zum Klimawandel - erklärt von Harald Lesch


CO² Bepreisung und eine dem diametral gegenüber stehende Wirtschschaftspolitik des "weiter_so"

In den letzten Tagen ist so dermaßen viel passiert, dass ich jetzt den Kopf so voll habe und nicht weiß, womit ich eigentlich anfangen soll.

Greta Thunbergs Wutrede fand ich ehrlich klasse. Ich neige sonst nicht dazu sie zu lobhudeln, aber nachdem es so wahnsinnig viele Menschen mit ADS zu geben scheint, die aus allen Löchern gekrochen kommen, um sich an einer 16jährigen abzuarbeiten, halte ich es schon für nötig, sich klar und deutlich zu positionieren.

Inhaltlich kann ihr niemand widersprechen. Außer Argumenten ad hominem habe ich nichts wirklich sinnvolles gehört oder gelesen. Sogar Herr Boris Palme (Grüne) muss ihr unbedingt widersprechen, als ob es nicht reichen würde, dass die Herren und Damen der AfD dies tun. Mich erinnert das an "ich bin ja kein Nazi, aber..."

Unsere Generation wird ihr und allen anderen Jugendlichen und Kindern auf der Welt die Zukunft nehmen. Das ist Fakt. Eine unumstößliche Wahrheit. Klimaexperten rechnen mit einem Anstieg des Meeresspiegels von 3-6 Metern zum Ende des Jahrhunderts.
Dann gibt es die Niederlande nicht mehr. Meine Stadt, in der ich wohne gehört dann auch der Nordsee. Eine Entwicklung, die sich überall bemerkbar machen wird.
Und Menschenmassen in Bewegung setzen wird. Die Niederländer hören als Volk auf zu existieren. Sie werden dann Deutsche, Belgier, Luxemburger und Franzosen, vielleicht auch Iren.
Das ist eine tragische Entwicklung. Noch härter trifft es die Dritte Welt.

Mit dem Frieden ist es dann vorbei auf der Erde.

Die Deutsche "Fridays for Future" Bewegung hat es bisher nicht thematisiert, Greta allerdings schon.
"We need a system change, more we need an individual change" sagte sie
Es stimmt auch. Es wird Bereiche geben müssen, in denen an Profit und Gewinnmaximierung nicht zu denken sein wird, ohne in einen Marxismus zu verfallen oder in antidemokratische Sozialismusstrukturen.

Ich habe es schon einmal geschrieben. Aus meiner Sicht ist die CO² Bepreisung eine Frechheit. Solange der Bürger keine Wahl hat, es keine Alternativen gibt, darf man den Bürger nicht bestrafen, weil er zur Arbeit fahren muss.

Stattdessen leistet sich die EU und eben auch unser Land das Mercosur-Abkommen. Der südamerikanische Markt soll sich dem EU Markt öffnen, für Milchprodukte, usw. Das bedeutet einen Anstieg der CO² Emissionen!

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Mercosur steht für den Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercado Común del Sur). Dem regionalen Zusammenschluss gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay an. Es könne nicht sein, dass Menschenrechte in Südamerika mit Füßen getreten und Wälder mit Feuern gerodet würden, sagte Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer. Und das nur, um schneller Rindfleisch oder Soja zu produzieren, das dann billig in Deutschland verkauft werde. Die Landwirte fürchten, dass die Preise für ihre Produkte durch das Mercosur-Abkommen in den Keller gehen würden.

Auch die südamerikanischen Milchmärkte sollen mit dem Mercosur-Abkommen für EU-Exporte geöffnet werden, warnte Peter Habbena, Landesteamleiter des BDM Niedersachsen. Seiner Ansicht nach geht die agrarpolitische Strategie der Exportsteigerung in eine falsche Richtung. Die Milchbauern wollten stattdessen einen "gerechten Welthandel und ein Ende des Preisdumpings", so Habbena. "Das Fehlen von sozialen und Qualitätskriterien wie Tier- und Klimaschutz im Mercosur-Abkommen zerstören bäuerliche Existenzen in Europa und in Südamerika und heizen den Klimawandel weiter an", kritisierte er.™

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Trecker-Demo-Bauern-blockieren-Braker-Hafen,brake314.html

Mir soll einer den Käse doch mal verständlich machen, den unsere Politiker hier fabrizieren. Es scheint mir ohne Sinn und Verstand zu sein.

Presseerklärung von "Vier Pfoten" zur Bundesratsentscheidung vom 20.09.2019 zur Ferkelkastration

Hamburg, 20. September 2019 – Heute hat der Bundesrat beschlossen, dass LandwirtInnen zukünftig eigenhändig Ferkel in Vollnarkose versetzen und kastrieren dürfen. VIER PFOTEN kritisiert die Verordnung scharf, da Eingriffe in die Hände von tiermedizinischen Laien gelegt werden und fordert vom Bund, dass andere, tierfreundliche Alternativen ohne Kastration stärker gefördert werden.

„Bund und Länder legen sich auf ein Verfahren fest, das Ökonomie vor Tierwohl stellt. Es wird weiterhin auf die mit Tierleid verbundene Kastration gesetzt, statt auf erprobte, tierfreundliche Alternativen. Viel wichtiger wäre, dass die Bundesregierung jetzt den Weg frei macht für die Ebermast mit Impfung gegen Ebergeruch. Die SauenhalterInnen, die impfen wollen, brauchen dringend diese Unterstützung. Ablehnende Schlachtunternehmen und Lebensmitteleinzelhändler müssen ihre Blockadehaltung endlich aufgeben.“

Rüdiger Jürgensen, Country Director VIER PFOTEN Deutschland 

Zum Hintergrund

Die chirurgische Kastration von Ferkeln kann komplett vermieden werden, wenn die Tiere als Eber gemästet oder z.B. gegen Ebergeruch geimpft werden. Die Impfung wird vom bundeseigenen Friedrich-Löffler-Institut als die aus tierschutzfachlicher Sicht beste Methode empfohlen. Doch bisher wurde diese Variante im Gegensatz zu Isofluran vom Bundeslandwirtschaftsministerium weitgehend ignoriert und auch nicht finanziell gefördert.

Dabei wären Förderung und Aufklärung jetzt besonders wichtig, um diese tierfreundlichen Methoden voran zu bringen. Denn immer noch blockieren vereinzelt Handelsketten und vor allem Schlachtbetriebe die Impfung gegen Ebergeruch. Dabei wird dieses Verfahren in Ländern wie Belgien und Neuseeland längst praktiziert. Viele SauenhalterInnen wollen impfen, bekommen jedoch keine Abnahmegarantien. Wir sehen die Bundesregierung in der Pflicht, hier tätig zu werden und den Weg freizumachen für mehr Tierwohl, z.B. indem sie die Mehrkosten für die Impfung zum Teil durch Fördermittel auffängt.

Die Impfung kann durch LandwirtInnen oder auch durch geschulte Fachkräfte durchgeführt werden und bewirkt, dass die Tiere keinen Ebergeruch entwickeln. Ebergeruch kann entstehen, wenn männliche Schweine geschlechtsreif werden. Die Quote liegt allerdings nur bei wenigen Prozent.
Eine Stellungnahme der Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bund gegen Missbrauch der Tiere sowie der Bundesverband Tierschutz zum „Referenten-Entwurf einer Verordnung zur Durchführung der Narkose mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen" können Sie hier downloaden
Weitere Informationen zu Alternativen zur betäubungslosen Kastration finden Sie hier: http://www.vier-pfoten.de

https://www.vier-pfoten.de/unseregeschichten/presse-news/september-2019/statement-zur-heutigen-bundesratsentscheidung-isofluran 

Samstag, 21. September 2019

Antibiotika-Resistenzen in der Tiermast steigen

Weltweit steigt der Fleischkonsum - und damit laut einer Studie die Antibiotika-Resistenzen. Vor allem in Schwellenländern wächst die Massentierhaltung und der ungebremste Einsatz von Antibiotika. Das bedroht auch den Menschen.

 

 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/schwellenlaender-antibiotika-resistenzen-in-der-tiermast-steigen-a-1287989.html#ref=rss 

Die Klimakrise, oder wie die Politik versagt

Die Bundesregierung hat gestern ihr "Klimapaket" verabschiedet und feiert sich für ein "gelungenes Konzept". 

Aber wirklich gelungen ist daran nichts....

Man einigte sich also auf CO² Bepreisung, die Erhöhung der Preise für Kraftstoffe nebst Heizöl. Fliegen soll teurer werden und die Bahn billiger.

Dass die Bahnpreise sinken ist überfällig.
Die EEG soll bei Ökostrombeziehern langsam sinken.

Die Wirtschaft sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr. " Das 50-Milliarden-Euro-Paket sei aber auch unausgewogen, ineffektiv und schädlich für den Standort Deutschland." So stand es heute in der NWZ auf Seite 6 zu lesen.

Enttäuschend ist aus meiner Sicht auch die Bewegung "Fridays for Future". Zumindest die deutsche Bewegung sieht auch nur CO² Steuern als Notwendig an und Emissionshandel.

Auf das Naheliegendste, die Massentierhaltung kommt keiner. Dabei ist die CO² Bilanz von Rind- und Schweinefleisch eine einzige Katastrophe.
Da auch die Tiere in Deutschland mit Kraftfutter aus Südamerika gefüttert werden, sind wir also alle mitverantwortlich für die Brände am Amazonas. Denn Brandrodungen sind ein Mittel der Landwirte an mehr Weideland und Anbaugebiete zu kommen.
Wenn man dann noch überlegt, dass dazu noch der Transport per Schiff über den Atlantik dazu kommt, dann sieht es richtig schlecht aus. Abgesehen davon, was hier in Deutschland noch dazu kommt. Die Massentierhaltung zu begrenzen, Tiertransporte ins Ausland abzuschaffen, wäre ein richtiger und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wenn man den Politikern, auch den Grünen so zuhört, bekommt man den Eindruck, dass nur der Bürger maß genommen werden soll, als läge es nur am Verhalten der Bevölkerung.

Sicher hat der eine oder andere genug Geld im Portemonnaie, um dauernd ins Auto zu steigen, verbraucht Strom ohne zu überlegen.
Aber was ist mit den Leuten, die nicht viel Geld haben? Die sparen eh schon Strom und Sprit. Strom ist unglaublich teuer geworden, so teuer, dass Menschen im sechs stelligen Bereich ohne Strom zu Hause sitzen, weil sie sich den nicht mehr leisten können und der Anbieter den Strom abgestellt hat.

Oder das Rentnerpaar, die sich ein Haus gebaut haben und mit Öl heizen. Die haben dann vielleicht nicht das Geld, sich eine moderne Heizungsanlage einbauen zu lassen, selbst dann, wenn der Staat 40% des Preises dazu gibt. Die werden dann abgestraft.

Nein, das was getan werden muss, das Naheliegendste ist, Megaställe abzuschaffen, Massentierhaltung zu begrenzen und mehr für den ökologischen Landwirt zu tun.

Eine langjährige gute Bekannte schrieb mir heute:
"(...)Und bei aller Sympathie für fff, frage ich mich doch, warum nicht in erster Linie gegen die Massentierhaltung protestiert wird und gebe mir die Antwort selbst:
Weil dann die Straßen nicht mal halb so voll wären. Dann müsste und könnte nämlich plötzlich JEDER der auf die Straße geht tatsächlich selbst etwas ändern indem er sich selbst und seinen täglichen Konsum einschränkt und könnte nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen... ein bisschen scheinheilig ist es manchmal irgendwie schon 😕
(...)  Ich hab schon zu meinem Mann gesagt, dass die Tatsache, dass die Politik die goldene Kuh "Autoindustrie" angreift, zeigt, wie viel Macht die Fleischindustrie als viel schlimmeres Übel hat 😓"

Da hat sie Recht! 🙈🙉🙊

Tiertransporte in EU Drittstaaten

 Man kann sie nicht mehr zählen. Die Berichte über skandalöse Tiertransporte in EU Tierschutzhochrisikostaaten. Dazu zählen fast ausnahmslos...